Zwölfjährige im Norden Nummer 2

Mitten in der Beachvolleyball-Saison pckten die Hamburger U13-Meister ihre Sportschuhe ein, um beim Norddeutschen Spielfest in Flensburg anzutreten. Die besten vier Teams aus den Landesverbänden Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern spielten ein gemeinsames Turnier in Flensburg. Zum Hallenvolleyball-Déjà vu reisten sieben hoffnungsvolle Barmbeker an: Jonathan, Nick, Johann, Louis, Mika, Philipp und Jakob.

Benötigen eine größere Vitrine für das zahlreiche Edemetall: Johann, Nick, Jonathan, Jakob, Philipp und Mika.

In der Vorrunde gab es einen leichten 2:0-Auftaktsieg gegen den TSV Russee und einen gut herausgespielten Erfolg gegen die Zweitvertretung des Schweriner SC. Als Gruppenerste konnten die Sieben zuschauen, wie sich der Eimsbütteler TV das Herausforderungsrecht erspielte. In einem Rematch des Hamburger Meisterschaftsfinales ging es um den Einzug in die Top-Gruppe (Platz 1 bis 3) oder die Mittelklasse (Plätze 4 bis 6).  Das westliche Alsterufer erwischte den besseren Start und führte Mitte des ersten Satzes bereits mit sechs Punkten, als Barmbek auswechselte. Danach hatten die Jungs der HTBU das Spiel unter Kontrolle und gewannen 25:19. Im zweiten Satz entstand erneut kein „flow“ und auch Spielerwechsel bewirkten keine grundlegende Veränderung: 23:25 für den ETV – Satzausgleich. Ein leichtes Prickeln überzog die verschwitzt-verklebte Haut der lauthals „E-T-V !“ johlenden Zuschauer*innen. Gelingt die Revanche? Barmbek startet gut und führt zum Seitenwechsel mit 8:4. Alles scheint kontrolliert, doch entgleitet den blauen Helden der sichere Erfolg – der ETV punktet in Serie und führt 8:10. Unsicherheit auf Barmbeker Seite, Breitbrustigkeit und Lautstärke beim Gegner. Auszeit. Klare Aufforderung an die HTBU-Spieler im Angriff effektiver zu sein. Wiederanpfiff. Barmbek punktet in Serie und gewinnt 15:12. Toller Krimi. Mit Abstand zum Abpfiff die umgläubige Frage: „Jetzt gehören wir zu den besten drei Teams und haben Bronze schon sicher?

Am Sonntag sind zwei Spiele zu absolvieren: Zuerst gegen den Schweriner SC, Landesmeister aus Mecklenburg-Vorpommer, danach gegen TSB Flensburg/SV Adelby, Landesmeister aus Schleswig-Holstein – ein echter Nordgipfel. Der erste Satz endete mit 25:10 für den SSC, doch verschleiert der Punktestand, dass die Hamburger Meister stets gefährlich waren. Philipp, Jakob und Johann hatten ihre Abwehrformation umgestellt und schlugen druckvoll auf. Ein Erfolgsrezept. SSC-Coach Dieter Melzer lies bis ganz kurz vor Schluß seine Besten auf dem Feld, um den Erfolg zu sichern. Im zweiten Satz nutzte das dann auch nix: Die Barmbeker führten früh und deutlich, der SSC-Coach kochte und gestikulierte, rief und wedelte mit den Armen. Barmbek blieb vorn und spielte souverän Punktballchancen heraus. Zum Verdruss der Mecklenburger streckten Jonathan, Nick und Mika ihre Hände über’s Netz, blockten und ballerten vereinzelt. Am Ende hat es nicht gereicht – die HTBU-Gang verlor 25:23, doch sah die Fachöffentlichkeit, dass hier ein ernsthafter Rivale für die dauersiegverwöhnten SSC’ler am Start ist.

Als Schiedsgericht sahen die Barmbeker einen klaren Erfolg des Schweriner SC gegen die Gastgeber. Die Goldmedaille war also vergeben. Im letzten Gruppenspiel hatten die Kinder aus der Metropole die Chance die Silbermedaille zu gewinnen. Unspektakulär und verdient gelang genau das. Mit Platz 2 endet eine Saison voller großer Erfolge. Die beiden Elfjährigen im Kader machten mit Doppel-Gold und Nord-Silber die größte Beute. Jetzt können die Schuhe wieder ausgezogen werden: Heißa Beachvolleyball!